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Hier meine 10 Praxistips für die
haLtUng heimiScher sCHneckEn.
Schnecke

1) Durchsischtige Box mit Löchern.

Hier geht so ziemlich alles, vom Platin-Terrarium bis zur einfachen Tupperdose. Wichtig ist die ausreichende Frischluftversorgung, da Schnecken Sauerstoff atmen wie wir. Verbrauchte Luft sammelt sich am Boden, was die Schnecken schnell müde macht. Das kann also ein Zeichen für zu wenig Sauerstoff sein. Abhelfen lässt sich z.B. mit dem Bohren zusätzlicher Luftlöcher im Bodenbereich.
Nicht direkt in die Sonne stellen - logo - Schnecken trocknen sonst zu schnell aus. Licht brauchen sie aber trotzdem.

2) Feuchtigkeit.

Regelmäßig die Box mit Wasser einsprühen. Drauf achten, daß keine Blumendünger- oder Chemikalienreste in der Flasche sind! Mindestens einmal am Tag, besser zweimal. Trotzdem nicht übertreiben! Zu viel Wasser fördert die Schimmelbildung, und auch das ist natürlich verkehrt. Jeder weiss, daß Schnecken besonders bei Regenwetter aktiv sind, deshalb kann Antriebslosigkeit auch ein Zeichen für zu wenig Feuchtigkeit sein. Eine flache Schale mit Wasser hilft Trockenzeiten zu überbrücken.

3) Frisches Grünfutter.

Jeder weiß, daß Schnecken gern Salat fressen. Das ist schon mal nicht die falscheste Annahme. Sie fressen aber auch viele andere Gemüsesorten, z.B. Möhren, Salatgurke und andere. Nur Zitrusfrüchte sollte man besser vermeiden, da die Säure die empfindlichen Häuser angreift. Am besten selber experimentieren, denn Schnecken haben da durchaus ihre persönlichen Vorlieben. Wichtig: manche Schneckenarten bevorzugen eher welkes Gemüse. Deshalb kann es auch ruhig mal einen Tag länger drin liegen bleiben. Aber nicht zu lange, sonst verfault und schimmelt es.

4) Eierschalen.

Alle Schnecken (auch Nacktschnecken) benötigen Kalk, ein wichtiger Baustein für ihre Häuser, aber auch die Eier oder ihren Kalkdeckel für den Winterschlaf. Am einfachsten ist hier die Gabe von Eierschalen, die man ein wenig zerkleinert. Auch die dünne Eihaut wird gern gefressen. Der Kalk wird entweder mit dem Mund oder über die Fußsohle aufgenommen. Man erkennt das dann an den grünen Stellen auf der Eierschale.

5) Jeden Tag säubern.

Auch Schnecken machen regelmäßig ihr Geschäft. Es ist schon allein deshalb notwendig, die Box jeden Tag zu säubern. Die dünnen schwarzen Würstchen lassen sich aber leicht mittels gewöhnlicher Haushaltstücher aufnehmen. Auch das verwelkte Futter muß natürlich entsorgt werden. Vorsicht! Es ist schon manche Schnecke mit entsorgt worden! Auf gar keinen Fall Reinigungsmittel nehmen - diese enthalten Säure oder stark ätzende Chemikalien!

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Für die KURZ-fristige Haltung war's das auch schon. Bei der LANG-fristigen Haltung braucht's noch ein paar Dinge:

6) Erde.

Schnecken graben gern, da sind sich alle einig. Bei der Wahl des Substrats gehen die Meinungen allerdings weit auseinander, denn die Prioritäten reichen von möglichst artgerecht über steril bis billig. Man kann folglich Bodensubstrat für Terrarien (teuer) oder auch normale Gartenerde nehmen. Allerdings sollte man Tausendfüßer (oder korrekter Hundertfüßer) lieber entfernen, da einige Arten auch Schnecken fressen. Als Tip für Allergiker kann Blähton gelten, den man mit kochendem Wasser sogar wieder sauber kriegt (Kein Seramis! Das ist zu scharfkantig). Ich selbst habe ganz gute Erfahrungen mit Extensiverde für die Dachbegrünung gemacht. Sie enthält hauptsächlich mineralische Bestandteile, ist steril und schimmelt nicht leicht.

7) Winterschlaf.

Hier scheiden sich erneut die Geister. In freier Wildbahn halten Schnecken eine Winterpause ein - logo, es gefriert ja das wasser draussen, und zu futtern gibt's auch nix. In der Wohnung kann man das schlecht simulieren, denn die Schnecken vergraben sich zum Schutz gegen die Kälte im Erdreich. Davon gibt's im Terrarium natürlich viel zu wenig. Der Kühlschrank ist jedenfalls zu kalt. Man kann's aber zum Beispiel im Keller versuchen, ähnlich, wie bei Schildkröten. Oder ma lässt sie im Herbst laufen und sucht sich im Frühjahr neue. Man kann aber auch komplett auf winterschlaf verzichten. Manche sagen, das verkürzt die Lebenszeit, Fakt ist aber, dass Schecken in Gefangenschaft sowieso viel älter werden.

8) Nachwuchs.

Schnecken sind Zwitter (ach das wusstest du nicht?). Hält man zwei Schnecken der gleichen Art, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß sie bald Eier legen. Tja, und wie könnte es auch anders sein, auch hier gibt's wieder unterschiedliche Standpunkte. Man kann die Eier einfach ignorieren, dann werden sie möglicherweise gefressen (oder auch nicht). Man kann die Eier in eine Zweitbox legen (in feuchte Erde), dann hat man bald schon hundert neue Mini-Schnecken. Was aber tun, mit dem Nachwuchs? Aussetzen? Darf man nicht hör ich jetzt schon die Unkenrufe, das versaut den Genpool. Naja, ob die paar Schneckis sich tatsächlich auf die ganze Population im Freien auswirken, das würde ich doch stark bezweifeln. Wenn sie denn tatsächlich Selektionsnachteile haben, werden sie sowieso gefressen. Wenn nicht - auch gut - grad Weinbergschnecken sind ja inzwischen eher zu wenige, als zu viele. Die Kritiker empfehlen häufiger mal, sie im Gefrierfach zu Schockfrosten - das ist in meinen Augen aber auch nicht besser, als sie zu verspachteln, und DAS ist grad für solche Leute eine Todsünde.

9) Urlaub.

Wer kümmert sich im Urlaub um die Schneckis? Es ist kein Problem, sie für zwei, drei Tage allein zu lassen. Einfach ein Schälchen Wasser reinstellen, bischen Gemüse dazu - fertig. Bekommen sie längere Zeit kein Wasser, versenken sich die Schnecken in eine Art Sommerschlaf, sprich, sie verschließen ihre Häuschen mit einer dünnen Haut. Das geht auch mal eine Woche, im Freiland gibt's schließlich auch Trockenperioden. Freilassen geht natürlich auch. Es gibt wahrscheinlich wenige Haustiere, die sich so leicht wieder in ihr natürliches Umfeld zurückfinden.

10) Artenschutz.

Weiter oben schon kurz erwähnt: Weinbergschnecken sind geschützt und dürfen nicht aus der Natur entnommen werden! Ausnahme: Du bist Lehrer (oder Erzieher) und willst sie kurzfristig zu Lehrzwecken ausborgen. Das geht nach dem Gesetz OK - aber schön wieder zurückbringen! Es ist übrigens kein Vergehen, ihre Lebensgrundlagen durch Gartenumgestaltung, Flurbereinigung oder Grundstücksbebauung zu zerstören. Naja, da kann sich jeder selbst eine Meinung bilden ;-).

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